Archiv für Kategorie ‘Deutsche Gefängnisse’

Tag der offenen Tür in der JVA Diez

Am Sonntag, den 23. September feiert die JVA Diez ihr 100 Jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass öffnet die Haftanstalt ihre Türen – natürlich nur für die Öffentlichkeit.

Am 1. Oktober 1912 wurde das Zuchthaus nach knapp fünfjähriger Bauzeit eröffnet. Seit diesem Jahr beherbergt die JVA auch ein Gebäude zur Sicherungsverwahrung.

Kommenden Sonntag kann ein Teil des Haupthauses besichtigt werden sowie eine Werkstatt, in der die Gefangenen arbeiten. Außerdem wird es eine Ausstellung geben, welche die letzten 100 Jahre revue passieren lässt. Dort wird bestimmt auch auf den spektakulären Ausbruch eingegangen, in dem mehrere Häftlinge durch die Kanalisation entkamen. Der Ablauf der Flucht ist bis heute ungeklärt.

Leider sind Foto-, Video- und Audioaufnahmen verboten. Besucher benötigen einen gültigen Personal- oder Lichtbildausweis.

Eine eigene Gefängnis-Zelle

Ein Leser meines Blogs, Armytied, hat mich angeschrieben und von seiner selbst gebauten Gefängniszelle berichtet.

Das interessiert mich natürlich, also habe ich mich mit ihm in Verbindung gesetzt und wollte Genaueres wissen. Was veranlasst jemanden, eine eigene Gefängniszelle zu Hause einzurichten?

Für das Interview, klickt auf “Mehr…”.

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Verschärftes Jugendstrafrecht

Ab heute, 01. September 2012 gilt ein härteres Jugendstrafrecht in Deutschland.

Das “Gesetz zur Erweiterung der jugendgerichtlichen Handlungsmöglichkeiten” regelt zum Beispiel auch den sogenannten “Warnschussarrest“, der es Richtern ermöglicht, Jugendliche als Abschreckung für kurze Zeit einzusperren.

Die neue Regelung wurde eingeführt, weil Jugendliche eine Bewährungsstrafe oft als Freispruch auffassen. Allerdings darf der Arrest erst ab dem 01. März 2012 verhängt werden.

Zudem dürfen heranwachsende (Zwischen 18 und 21 Jahren) Mörder nun für 15 statt wie bisher 10 Jahren eingesperrt werden, wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wird.

Tee und Käsebrot

Eine – zwar nicht neue, aber im zivilisierten Deutschland wohl einmalige – Methode der Disziplinierung hat sich die Gefängnisleitung der Berliner JVA Tegel ausgedacht, um den Insassen Peter J. ruhig zu stellen.

Acht Tage lang hat J. jeden Tag 8 Käsebrote und zwei Liter Tee bekommen, bis er durch das vergitterte Fenster seiner sechseinhalb Quadratmeter großen Arrestzelle um Hilfe rief.

Die anderen Insassen liefen Sturm und die Gefangenenzeitung “Lichtblick” gab letztlich eine Pressemitteilung heraus, sprach von Folter in einem deutschen Gefängnis. Nach einer Auseinandersetzung mit Bediensteten habe man J. in “Käfighaltung” gesperrt und bei Wasser und Brot gehalten.

Die Gefängnisleitung konkretisierte den Begriff der “Auseinandersetzung” und sprach von vier verletzten Beamten, die Prellungen und Schürfwunden davongetragen hätten. Andere Insassen, die den Konflikt beobachtet haben wollen, bestreiten, dass Beamte verletzt wurden. Mehr …

Der Ausbrecherkönig

“Sag mal, gibt es eigentlich ‘DEN’ deutschen Ausbrecherkönig? Ich meine, es muss doch einen geben, der häufiger als andere aus Gefängnissen ausgebrochen ist, oder?”

Mit dieser Frage konfrontierte mich vor kurzem ein Freund, der meine Faszination für Gefängnisse zwar nicht teilt, aber netter Weise ein Gespräch mit mir darüber führte, wie das Freunde nun mal so tun. Man interessiert sich eben für die Hobbies des Anderen.

Ich war ein wenig verdutzt. Nicht nur dass in all den Jahren, in denen ich mich nun schon mit Gefängnissen und Lebensläufen von Insassen beschäftige, mir noch niemand diese Frage gestellt hat, nein, selbst ich habe mir diese Frage noch nie gestellt.

Auf dem Nachhauseweg war ich sehr nervös. Ich würde die Nacht damit verbringen, mich dieser Frage anzunehmen. Ich versuchte mir vorzustellen, was das wohl für ein Mensch sein muss, der als der beste Ausbrecher aller Zeiten in die Geschichte einging. Sofort sah ich vor meinem geistigen Auge einen Gentleman im Look der 30er Jahre, mit Anzug und Krawatte, die Kette der Taschenuhr in der Westentasche verschwindend und einem Krempen Hut.

War er ein Star? Liebten ihn die Medien? Weswegen saß er im Knast?

Der Kaffee war noch nicht ganz durchgelaufen, da hatte ich schon einen Namen: Eckehard “Ekke” Lehmann. Mehr …

Wenn Täter zu Opfern werden…

Unter dem Titel “Viktimisierungserfahrungen im Justizvollzug” ist letzten Dienstag eine Studie des kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen erschienen.

Die Studie beschäftigt sich mit der Gewalt hinter Gittern. Im Vorwort wird erwähnt, dass es zwar etliche Studien zu häuslicher Gewalt oder der an Schulen gibt, mit Übergriffen innerhalb von Haftanstalten hat sich jedoch bislang kaum eine größere Studie auseinander gesetzt.

Befragt wurden insgesamt 6.384 Häftlinge aus Brandenburg, Bremen, Niedersachsen und Thüringen. Der überwiegende Teil der männlichen Befragten war jünger als 30 Jahre alt. Die Teilnehmer erhielten als Dankeschön für die Teilnahme einen Kugelschreiber, eine Briefmarke und Schokolade.

Die Ergebnisse sind durchaus erschreckend: Knapp jeder Vierte der befragten Insassen wurde in den vier Wochen vor der Befragung Opfer physischer Gewalt. Interessant dabei ist, dass die Zahlen bei männlichen und weiblichen Insassen identisch ist.

Betrachtet man hingegen nur die Jugendlichen fällt auf, dass 49% der Befragten Opfer eines physischen Angriffs wurden. Mehr …

Verhaftet – Und was dann?

Nach einer unbeabsichtigt langen “Sommerpause” gibt es ein bisschen was aufzuholen.

Fangen wir mit einem Bericht von ProSieben an, der zwar – wie bei Galileo üblich – oberflächlich und ein wenig reißerisch daherkommt, aber interessante Fragen aufwirft: Was passiert eigentlich, wenn ich heute verhaftet werde?

Vermutlich werden die meisten ersteinmal versuchen, mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Doch wenn man dann erst in der Zelle ist, wird man vor ganz praktische Probleme gestellt: Was ist mt den Ratenkrediten? Wer kümmert sich um das Haustier? Was geschieht mit der Wohnung oder dem Auto? Muss ich den Arbeitgeber informieren?

Diese Fragen sind vor allem dann schwierig, wenn man in Untersuchungshaft ist und nicht weiß, wie lange man denn eigentlich dort drin bleiben muss.

Ich finde den Beitrag deshalb etwas zu kurz geraten, weil er einen wesentlichen Teil auslässt: Den Haftrichter.

In der Doku wird ein Mann, der Mitten im Leben steht, verhaftet. Ein Haftrichter würde sich fragen, ob bei ihm eine Flucht oder Verdunklungsgefahr besteht, ob er eine akute Gefahr darstellt und einen festen Wohnsitz hat. Da man, solange man noch nicht verurteilt ist, als unschuldig gilt, denke ich nicht, dass der Probant tatsächlich vier Wochen in Untersuchungshaft gesessen hätte.

Wie dem auch sei: Zum Nachdenken regt der Beitrag auf jeden Fall an.

Beitrag: http://www.prosieben.de/videokatalog/Recht/video-Verhaftet-und-dann-Straft%C3%A4ter-Test-Galileo-Wissensmagazin-Hinter-Gittern-Video-221311.html

Zwischen Abgrund und Neuanfang

Wer, wie ich, ALLES über Gefängnisse und deren Insassen wissen möchte, muss auch mal ungewohnte Wege gehen.

Also habe ich mir beim Medienprojekt Wuppertal e.V. ein Video ausgeliehen, das für Schulen von und mit inhaftierten Jugendlichen gedreht wurde.

Sieben Heranwachsende berichten von Ihrem Alltag im Knast.

Während Sven (19) seine Haft als unerträglich empfindet und mit der beklemmenden Situation nicht klar kommt, sehen Alex (20) und Sebastian (20) ihre Situation eher gelassen. Nicht zuletzt, weil die Beiden knasterfahren sind und sich über ihre Zukunft keine all zu großen Illusionen machen.

Dann sind da noch Martin und Markus (18). Man möchte ihnen glauben, wenn sie darüber berichten, wie sie aus ihrer Haftstrafe gelernt haben und sie diese als Chance sehen, eine Therapie zu machen, sie konstruktiv zu nutzen.

Der Film soll, vor allem für Jugendliche, aufzeigen, dass man für sein Verhalten verantwortlich ist und gegebenenfalls auch die entsprechenden Konsequenzen dafür tragen muss.

Björn (19) hat das volle Programm “gebucht” und kann daher von einem dreiwöchigen Aufenthalt in der Schlichtzelle ebenso berichten wie von seinem unfreiwilligen Besuch im “Bunker”, dem besonders gesicherten Haftraum, inklusive Fixierung und Beruhigungsspritze. Mehr …

Knastmarathon 2012: Der Bericht

Ich hätte nie gedacht, dass der Tag in der JVA Darmstadt so toll wird. Jede Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen konnte ich mitnehmen, vor allem durch Gespräche mit Insassen nach dem Lauf.

Doch der Reihe nach:

Sonntag, 20.05.2012, 8.30 Uhr wartete ich zusammen mit einigen anderen Läufern vor der JVA, bis sich die Tür öffnete und wir hereingebeten wurden.

In einem Vorraum, den auch reguläre Besucher zuerst betreten, haben wir ein Bändchen ums Handgelenk bekommen, das wir zum Verlassen der Anstalt benötigen würden. Dann mussten wir unseren Rucksack in eine Ecke stellen und unseren Personalausweis abgeben. Dann ging’s zur Personenkontrolle, die ebenfalls in diesem Raum stattfand.

Die Prozedur ähnelt sehr der auf einem Flughafen. Man geht durch einen Metalldetektor, nachdem man seine Taschen vollständig entleert hat. Mehr …

5 Tage Haft wegen “Sitzenbleiben”

Ich bin regelmäßiger Leser des Blogs von Strafverteidiger Udo Vetter (www.lawblog.de).

Dort las ich vor Kurzem von einem Fall, in dem ein Angeklagter vor einem Amtsgericht sich weigerte, bei der Urteilsverkündung von seinem Stuhl aufzustehen. Das ärgerte offenbar den Richter, daher ordnete er fünf Tage Ordnungshaft an.

Fast reflexartig musste ich grinsen, da ich bereits öfters davon hörte, dass Richter in der “untersten” Ebene der Gerichtsbarkeit hin und wieder mal bei Kleinigkeiten über die Sränge schlagen.

Dann war ich doch verwundert als ich las, dass auch die nächste Instanz, also das Oberlandesgericht, diese Maßregelung als gerechtfertigt ansahen.

Dort wurde der Begriff der “Ungebühr” verwendet, die mit bis zu 1.000 Euro Ordnungsgeld oder eben bis zu einer Woche Haft geahndet werden kann. Mehr …

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