Gewalt ist eine Lösung!

Das ist jedenfalls das Fazit von Stefan Schubert, der zugegebener Maßen eine interessante Biografie aufweist.

Das Buch schildert seine Geschichte als Polizist beim Bundesgrenzschutz, der Ambitionen hegt, zu einer Spezialeinheit zu wechseln. Das Problem dabei: Er ist angesehener Bielefelder Hooligan und schlägt regelmäßig andere Hools krankenhausreif.

Das sein Doppelleben zwangsläufig zu Interessenskonflikten führt, liegt auf der Hand.

Acht Jahre dauert sein Doppelleben. Seine Hooligan-Freunde wissen, dass er Polizist ist,  bald kommen ihm auch “Szenekundige Beamte” auf die Spur. Die Schlinge zieht sich immer weiter zu…

Der Schreibstil ist erfrischend offen und authentisch. Er erzählt vom Rausch in den ihn die Gewalt versetzte. Gleichzeitig zieht er Parallelen zu seinem Polizeidienst, in dem er bei Krawallen stets an vorderster Front – diesmal auf der Seite der Guten – zu finden war.

In dem Buch kritisiert Schubert aber auch den Polizeiapparat, der ihn nicht nur gewähren lies sondern von dem er anfangs sogar noch bestätigt wurde.

Meiner Meinung nach liefert das Buch auf jeden Fall Stoff für eine Verfilmung. Bis dahin: Lesenswert!

Angola Prison in Louisiana

Ursprungsgedanke dieses Blogs ist es, Dokumentationen über Gefängnisse vorzustellen. Diesen Gedanken möchte ich nun, nach einigen allgemeinen Informationen über Gefängnisse und Kriminalität, wieder aufgreifen.

Ich war etwas erstaunt, als ich eine Doku-Reihe über das Angola Prison im US-Bundesstaat Louisiana auf “Animal Planet”, also einem Tierdokumentationssender, fand. Auf das, was dieses Gefängnis mit Tieren verbindet, gehe ich gleich noch ein.

Angola State Penitentiary ist ein Hochsicherheitsgefängnis im Süden der USA. Der Fluchweg ist im Norden, Süden und Westen vom Missisippi mit seinen gefährlichen Krokodilen, im Osten vom dichten Wald erschwert.

Das Besondere an dieser Einrichtung ist aber weniger das Sicherheits- als das sogenannte “Trustee”- (also Vertrauens) System. Die Häftlinge, die überwiegend eine lebenslange Haft dort absitzen, können ihrem Leben hinter Gittern einen Sinn geben, wenn sie sich in einem durchdachten aber strengen System von Belohnung und Bestrafung bewähren. Mehr …

Kalifornier wollen die Todesstrafe

Die Wahlen in den USA sind vorrüber.

Was Wenige wissen: Am 6. November wurde nicht nur der Präsident gewählt. In 38 Bundesstaaten standen zumdem 170 Volksentscheide zur Abstimmung.

In einem davon konnten die Kalifornier darüber entscheiden, ob die Todesstrafe in ihrem Bundesstaat abgeschafft werden soll. Der Vorschlag sah vor, die Todesstrafe abzuschaffen und durch eine lebenslange Haft ohne die Aussicht auf Begnadigung zu ersetzen. Kaliforniens Regierung hatte den Vorschlag eingebracht, da bereits 17 amerikanische Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft haben.

Doch die Kalifornier wollen die Todesstrafe beibehalten. Knapp 54 Prozent stimmten gegen die Abschaffung.

Wie ich bereits vor ein paar Wochen berichtet hatte, könnte dieses Ergebnis dem wegen Brandstiftung angeklagten und verurteilten Rickie Lee Fowler (31) zum Verhängnis werden. Der Richter hatte das Urteil – das die Todesstrafe verhängen könnte – vertagt, um das Referendum der Kalifornier abzuwarten.

15 Jahre unschuldig in Todestrakt

Wie muss sich ein 23-Jähriger fühlen, der unschuldig zum Tode verurteilt wird?

Dem heute 38-Jährigen Damon Thibodeaux ist genau das passiert.

1997 wurde er wegen der Ermordung seiner Cousine, der 14-Jährigen Crystal Champagne, zum Tode verurteilt. Grundlage des Urteils war ein Geständnis, das der verängstigte Junge nach einem neunstündigen Verhör und einem für ihn ungut verlaufenen Lügendetektor-Test ablegte.

Bis dahin beteuerte er immer wieder seine Unschuld.

Zur Hilfe kam ihm die Organisation “Innocence Project”, die zusammen mit dem anerkannten Forensiker Dr. Edward Blake mittels eines DNA-Tests feststellten, Thibodeaux kann nicht der Mörder gewesen sein.

Auch fanden sich Blutspuren eines Unbekannten am Tatort.

Wie hoch die Entschädigung für Thibodeaux ausfällt, steht noch nicht fest. Was jedoch feststeht ist, dass wohl kein Geldbetrag angemessen ist, um eine entgangene Jugend aufzuwiegen. Mehr …

Todesstrafe für Waldbrand

(c) Kurt Miller – The Press Enterprise

Ein außer Kontrolle geratener Waldbrand im US Bundesstaat Kalifornien aus dem Jahr 2003 wird nun dem Brandstifter, Rickie Lee Fowler (31) zum Verhängnis.

Durch den Brand sind fünf Menschen ums Leben gekommen, über 1.000 Häuser zerstört und 91.000 Hektar Wald vernichtet worden.

Die Jury des Gerichts in Los Angeles berieten drei Wochen lang über das Strafmaß. Nach kalifornischem Recht wäre eine lebenslange Haft ohne Bewährung möglich gewesen, die Mitglieder der Jury entschieden sich jedoch mehrheitlich dagegen und sprachen am vergangenen Donnerstag die Empfehlung aus, Fowler exekutieren zu lassen.

Allerdings gibt es am 6. November in Kalifornien eine Wahl über die Abschaffung der Todesstrafe. Daher hat der oberste Richter, Michael A. Smith, den Termin für die Urteilsverkündung auf den 16. November festgelegt. Die 12-Köpfige Jury wollte sich dazu nicht gegenüber der Presse äußern. Mehr …

Meuterei in irakischem Gefängnis

10 tote Polizisten und fünf tote Insassen sowie 45 teilweise schwer Verletzte. 200 Insassen geflohen. Das ist die Bilanz eines Aufstandes ist einem irakischen Gefängnis in der Stadt Tikrit am gestrigen Abend.

Die Meuterei begann beim Abendessen. Einige Insassen konnten den Wärtern ihre Waffen abnehmen. Danach liefen sie zum Büro der Gefängnisleitung und zerstörten das Büro sowie ihre Akten.

Danach schossen sie sich den Weg zum Haupteingang frei. 200 der insgesamt 350 Insassen flohen.

Die Polizei brachte das Gefängnis wieder unter Kontrolle und leitete eine Großfahndung ein, woraufhin 119 Ausbrecher wieder geschnappt werden konnten.

Unter den 81 Verurteilten, die noch auf der Flucht sind, befindet sich laut eines Polizeisprechers einer der gefährlichsten Terroristen, der früher die rechte Hand von Abu Mussab war, einem Anführer der Al-Kaida.

Die Stadt Tikrit befindet sich knapp 170 Kilometer nördlich von Bagdad. Ministerpräsident Nuri al-Maliki wechselte nach der Massenflucht den Polizeichef der Stadt aus.

In Deutschland und den meisten anderen Staaten tragen Gefängnis-Bedienstete aus diesem Grund keine tödlichen Waffen bei sich.

Tag der offenen Tür in der JVA Diez

Am Sonntag, den 23. September feiert die JVA Diez ihr 100 Jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass öffnet die Haftanstalt ihre Türen – natürlich nur für die Öffentlichkeit.

Am 1. Oktober 1912 wurde das Zuchthaus nach knapp fünfjähriger Bauzeit eröffnet. Seit diesem Jahr beherbergt die JVA auch ein Gebäude zur Sicherungsverwahrung.

Kommenden Sonntag kann ein Teil des Haupthauses besichtigt werden sowie eine Werkstatt, in der die Gefangenen arbeiten. Außerdem wird es eine Ausstellung geben, welche die letzten 100 Jahre revue passieren lässt. Dort wird bestimmt auch auf den spektakulären Ausbruch eingegangen, in dem mehrere Häftlinge durch die Kanalisation entkamen. Der Ablauf der Flucht ist bis heute ungeklärt.

Leider sind Foto-, Video- und Audioaufnahmen verboten. Besucher benötigen einen gültigen Personal- oder Lichtbildausweis.

Eine eigene Gefängnis-Zelle

Ein Leser meines Blogs, Armytied, hat mich angeschrieben und von seiner selbst gebauten Gefängniszelle berichtet.

Das interessiert mich natürlich, also habe ich mich mit ihm in Verbindung gesetzt und wollte Genaueres wissen. Was veranlasst jemanden, eine eigene Gefängniszelle zu Hause einzurichten?

Für das Interview, klickt auf “Mehr…”.

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Verschärftes Jugendstrafrecht

Ab heute, 01. September 2012 gilt ein härteres Jugendstrafrecht in Deutschland.

Das “Gesetz zur Erweiterung der jugendgerichtlichen Handlungsmöglichkeiten” regelt zum Beispiel auch den sogenannten “Warnschussarrest“, der es Richtern ermöglicht, Jugendliche als Abschreckung für kurze Zeit einzusperren.

Die neue Regelung wurde eingeführt, weil Jugendliche eine Bewährungsstrafe oft als Freispruch auffassen. Allerdings darf der Arrest erst ab dem 01. März 2012 verhängt werden.

Zudem dürfen heranwachsende (Zwischen 18 und 21 Jahren) Mörder nun für 15 statt wie bisher 10 Jahren eingesperrt werden, wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wird.

Stun Belts

Ich habe über den Fall “Peter J.” berichtet. Er ist ausgerastet und man konnte ihn nur schwer wieder unter Kontrolle bringen.

Für solche Fälle haben unsere amerikanischen Freunde eine effektive, wenn auch umstrittene Methode. Sie wird offiziell nur genutzt, um aggressive Angeklagte vor Gericht zu bändigen: Stun Belts, auf Deutsch “Schock Gürtel”.

Das Prinzip ist relativ einfach und da die Erklärung auf Wikipedia alles beinhaltet, erlaube ich mir, es hier zu zitieren: “Ein Stun Belt ist ein Gürtel, der einer Person, die unter Kontrolle gehalten werden soll, angelegt wird. Über eine Funkfernsteuerung kann ein Hochspannungsgenerator ausgelöst werden, der der Person, die den Gürtel trägt, schmerzhafte und paralysierende Hochspannungsimpulse zufügt. Die Waffe wurde zumindest in den USA bereits zum Disziplinieren von Angeklagten vor Gericht eingesetzt. [...]“.

Je nach Hersteller und Ausführung können da schon mal 75.000 bis 95.000 Volt durch den Körper des Delinquenten gejagt werden. Ganz bequem per Knopfdruck auf einer Fernbedienung. Mehr …

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Hier können sich Interessierte über Haftbedingungen, Gefängnisse und vieles mehr informieren. Viel Spaß.